Archive für Januar 2009

Runter vom hohen Ross der All-Mach(t)-barkeit!

Sonntag, 25. Januar 2009, Fest der Bekehrung des Apostels Paulus

atheist_bus_spez-1224777658.jpgSie sind in England, Spanien und Italien, nach und nach auch in den USA unterwegs. Busse im öffentlichen Straßenverkehr mit den Werbeaufschriften “Wahrscheinlich gibt es keinen Gott. Keine Sorge - genießen Sie Ihr Leben!” Mit rund 154.000 Euro ist die Aktion in England gesponsert. Es regt zum Nachdenken an in einem liberalen Europa, es provoziert konservative Kräfte in den Kirchen, es heizt die Wut der Evangelikalen an, die zuvor in anderen Kampagnen mit Hölle gedroht hatten.


Immerhin: Ein Busfahrer weigerte sich einen solchen Bus zu fahren. Er sei Christ, er könne dies nicht mit seinem Glauben vereinbaren. Er bekam Recht von der Betreibergesellschaft und muss solche Busse nicht steuern. In Italien haben sich kämpferische Atheisten einen anderen Spruch ausgedacht: “Die schlechte Nachricht: Es gibt keinen Gott. Die gute: Du brauchst ihn nicht.“ Auch dieser Satz heizt die Diskussion an.


Ich gestehe: Ich finde eine solche Kampagne besser als wahnhaft-christliche Drohsprüche und ultrarechte Kampfansagen von Fegefeuer und Hölle. Gewiss, man spürt den Sarkasmus und die Ironie, die Provokation. Aber ist der Völkerapostel Paulus nicht auch in Athen auf dem Areopag aufgetreten und hat alle heidnischen Götter für Null und Nichtig erklärt? Und drohte er nicht ebenso mit scharfen Worten den Anhängern des “Neuen Weges”? Nein, er ermordete sie sogar kaltblütig. Daher ist eine Werbekampagne letztlich nur eine Form alle zum Nachdenken anzuregen. Schließlich zahlen die Betreiber noch Geld dafür auf etwas aufmerksam zu machen, was ja nicht existiert, ihrer Meinung nach. Also… letztlich: Werbung für ein Nichts.

Paulus musste - wenn auch nur metaphorisch - erst einmal von seinem hohen Ross der All-Mach(t)-barkeit. In einer Welt, in der wir uns durch “Not-leidende Banken” und die Kapitalwirtschaft den Sinn des Lebens diktieren lassen, dürfen wir uns nicht wundern, dass auch unsere Systeme zusammenstürzen. Auch die Glaubenssysteme! Paulus fragt nach dem Namen: Wer bist du, Herr? Und das ist umso dringender die Frage, die auch über unsere Lippen kommen muss. Wer bist du, Herr? und: Herr, was soll ich tun? Die Antwort, die Paulus selbst findet, als er wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt ist lautet: “Er ist der Sohn Gottes!”


Paulus leitet uns durch diese beiden Fragen: Wer bist du, Herr? und Herr, was soll ich tun? Diese Fragen gilt es zu beantworten. Wer ist dieser Jesus Christus für die Welt von heute? Wie kann das Wort Jesu neu übersetzt werden, so dass Menschen ihr Leben MIT GOTT genießen können und ebenfalls ohne Sorge! Das Evangelium gibt uns einen klaren Auftrag: Verkündet in der ganzen Welt die Frohe Botschaft! Die Frohe Botschaft von einem Gott, der den Menschen nicht allein lässt, der das Leben will und der uns Wege zum glücklichen Leben aufzeigen kann. Wer bist du, Herr? Was soll ich tun? Es ist Zeit, diese Fragen zu stellen!

 

 

brrrrrrrrrh… eisig kalt !

Saarlouis, 7.00 Uhr

Bin wieder daheim. Seit gestern. Die Fahrt von Admont war absolut unproblematisch, trotz Schnee auf den Autobahnen, alles hielt sich in Grenzen. Kurze Zwischenstation für ein paar Stunden in Landau, Besuch meines Patenkindes Amadea. In Fraulautern dann: eiskaltes Pfarrhaus, brrrrrrrh… Wände kalt, Zimmer kalt, Boden kalt… alles kalt. Heute muss erst mal geheizt werden! Es lebe mein Kamin!

Und: 6. Jänner - Fest der hl. drei Könige, der Weisen aus dem Morgenland.

CHRISTUS + MANSIONEM + BENEDICAT 2009

Christus segne dieses Haus. Möge es so sein!

Abschied von den Bergen

Admont, 8.15 Uhradmontlage.jpg

Nun ist es soweit. Leider. Ich muss Abschied nehmen von den Bergen Admonts. Während beim Sonnenaufgang die ersten Strahlen spielerisch über die Berggipfel streifen, immer wieder von Wolken unterbrochen, schaue ich aus dem Fenster der kleinen Hausbibliothek des Stiftes Admont. Eine erholsame Zeit liegt hinter mir. Weihnachten und den Jahreswechsel in einem Kloster zu feiern, ist schon etwas besonderes. Viele Gäste waren in den vergangenen Tagen hier. Es täte gewiss noch viel mehr Menschen gut, sich an solchen Tagen in die spirituelle Nähe eines Klosters zurückziehen zu dürfen. Wer Admont auf der Landkarte sucht: Die Karte rechts zeigt es, ziemlich in der Mitte Österreichs, im Herzen Austrias: in der Steiermark.kaiserau.jpg

Morgen (Montag) ist Aufbruch angesagt, mit angekündigtem Schneetreiben, mal sehen, wie das wird. Freunde haben mich schon gewarnt, ich solle besser heute fahren. Aber ich habe die Kaiserau auf die Reihe bekommen, so hoffe ich doch, dass ich auch den Schnee “dahoam” auf die Reihe bekommen, aber man weiß ja nie. Ich werd anständig fahren. Das Bild rechts unten zeigt im Übrigen die Kaiserau (einfach draufklicken, das Bild wird vergrößert). Eine wunderschöne Ecke, voller Schnee!

Nun wünsche ich allen einen gesegneten + Sonntag! Baba.

Willkommen im Neuen Jahr 2009

neujahr.jpgAdmont, 10.00 Uhr

Gewiss, das Neue Jahr ist schon wieder drei Tage alt. Irgendwie fließt die Zeit nur so dahin. Es bleibt keine, wirklich nachzudenken, was im alten Jahr gewesen ist und was das neue Jahr bringen wird. “Den Aufbruch wagen - Unerwartetes erwarten” wird mein persönliches Leitmotiv sein. Dabei hat das alte Jahr schön geendet! Um 15 Uhr am 31. Dezember hatten P. Samuel und ich einen Gottesdienst in der Unterlaussa, in einer kleinen sympathischen Kirche. Ab 18 Uhr war dann die Vesper (Abendgebet) im Konvent des Stiftes Admont, gefolgt von den Komplet (Nachtgebet) und… - recht ungewöhnlich - die Vigilien (die nächtlichen “Wachen”) gleich danach, damit wir alle bis 7.30 Uhr am nächsten Morgen ausschlafen konnten, denn sonst gehts ja doch schon um 6.15 Uhr mit der ersten Gebetszeit los. Es folgte das Abendessen und ganz spät in der Nacht, um 23.30 Uhr, versammelten sich eine Reihe von Mönche im Freien vor dem Kloster. Sekt in den Gläsern, Feuerwerk (aber nicht von uns) am sternklaren Himmel… ein “Prosit Neujahr!” und der Wiener Walzer aus dem Autoradio, wie er ganz klassisch zum Silvester Österreichs dazu gehört. Der Jahreswechsel war geschafft. Bis 2 Uhr in der Früh hielt ich mit einigen Brüdern aus, einfach plaudernd, lachend, guter Wein und Sekt (aber ohne Rausch, wie das wohl sonst so ist) - also… (fast) gaaaaaaaanz normal, man spürt ohne Übertreibung: Diese Mönche von Admont sind Gegenwartsmenschen! Am 1. Jänner dann aber um 7.30 Uhr die Laudes (Morgengebet) und um 10 Uhr das Pontifikalhochamt mit dem Herrn Abt Bruno Hubl.

So begann mein neues Jahr 2009. Ich wünsche allen ein gesegnetes Neues Jahr! Viel Freude bei der Gestaltung des Lebens!

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