Reformationstag

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Saarlouis, Reformationstag, 8.10 Uhr

Er gehörte nie wirklich zur Lehre der kath. Kirche und ist auch seit 1993 im Weltkatechismus nicht mehr zu finden: Der Vorraum für ungetaufte Kinder, der sogenannte „Limbus“ irgendwo zwischen Hölle und Fegefeuer. Limbus kommt aus dem Lateinischen und meint Rand oder Saum. Irgendwann im Mittelalter hat man ihn erfunden. Was passiert, so fragte man sich, wenn Kinder ungetauft sterben? Sind sie dann verloren für immer und ewig? Viele Erwachsene, vor allem der älteren Generation wurden deshalb unmittelbar nach der Geburt getauft, meist im Krankenhaus in der Kapelle, ohne Mutter, ohne Paten – Hauptsache getauft.

Seit  letztem Jahr ist nun klar: Jener seltsame Ort namens Limbus ist endgültig abgeschafft worden! (Frage: Hat er wirklich jemals existiert - oder nur in den verrückten neurobiologisch-klerikal-päpstlichen Synapsen?) Für jedes Kind, auch wenn es noch nicht getauft ist, steht der Heilsweg Gottes offen. Jedes Kind ist geliebt - aber das galt schon IMMER!

Es ist also gewiss keine große Reform, die hier vonstatten geht, eher ein Rausschmeißen von alten Möbeln aus dem Speicher. Aber immerhin. Der heutige Tag, der Reformationstag, erinnert auch an einen solchen Aufräumer: an den Reformator Martin Luther. Er übte seinerzeit Kritik an der Gestalt der römischen Kirche, am Amt und auch an so manchen theologischen Aussagen, über die in den letzten Jahren auch zwischen den Kirchen eine Einigung erzielt wurde. Evangelische Christen denken heute an jenen Mönch Luther und seinen Aufstand im Jahre 1517 in Wittenberg. Als Katholik sage ich deshalb am Reformationstag: er hatte in vielen Punkten Recht.  Man sieht’s bis heute: es gibt noch manche schräge Sachen in den Kirchen, die der Reform bedürfen.

Und allen, die Wolfgang (Wolferl / Wolf / Wolfi) heißen sei gesagt: Glückwunsch zum heutigen Namenstag! Wolfgang war ein Bischof im 10. Jahrhundert, ein Benediktiner und dazu noch sehr gebildet - später Bischof von Regensburg. Also… super Vorfahre!

 

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