Archive für 15.10.2008

Der weiße König

 

 

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Admont, 10.45 Uhr

Beim Schachspielen kommt es darauf an, dass man eine Klarheit hat über die Möglichkeiten an Spielzügen der einzelnen Figuren, die nötige Geduld bei allen Überlegungen der eigenen Spielzüge und der des anderen, ein deutliches Ziel vor Augen: Schachmatt des anderen Königs. Als Eröffner des Spieles darf man mit den weißen Figuren spielen und trägt Sorge dafür, dass dem weißen König nichts widerfährt. In ihrem Buch “Weg der Vollkommenheit” vergleich die heutige Tagesheilige Theresa von Avila (15. Jhd.) das Christsein und den Weg der Nachfolge mit einem Schachspiel. Sie sagt - erfahren wie es scheint - über das Schachspiel: “Wer beim Schachspiel nicht einmal die Figuren in Ordnung zu stellen weiß, der wird es schlecht zu spielen verstehen.”

In der Tat: Christsein und Nachfolge Jesu beginnt mit der Disposition, mit der inneren Haltung der Bereitschaft. Ich mus meinen Platz im Leben kennen und ordne mich dem weißen König zu, eine Metapher für Jesus Christus. Ich halte mich offen für alle Spielzüge des Lebens und sehe aber in jeder Möglichkeit eine Form der göttlichen Fügung sowie der göttlichen Vorsehung. Mein Weg kann zum Ziel führen. Ich muss mir über meine Rolle im Klaren sein und damit auch über meine Fähigkeiten und Talente, die ich einbringen kann: Die Figuren agieren unterschiedlich. Ein Pferd anders als der Läufer, der Turm anders als ein Bauer. Schließlich und endlich: Mein Ziel muss es sein, meinen König im Blick zu haben und gegen den schwarzen König - den “Satanas”, den Durcheinanderwerfer - anzugehen, diesen Schachmatt zu setzen. Der weiße König ist Gott, ist Christus selbst. Das Spielbrett ist mein Leben. In meiner Gestalt spiele ich mit den Spielzügen, die mir möglich sind. Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass mein Gegner keine Chance hat, Macht über mich zu gewinnen. Drastisch ist das Bild, aber eindeutig.

Die heilige Theresa hatte eine Sympathie für praxis- und lebensnahe Gedanken und Metaphern. Welche Figur wählen Sie sich? Was ist Ihr erster Spielzug? Und: kennen Sie den “schwarzen König” … ?

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