Es ist ein wunderbares Wort: Sanftmut. Es klingt zärtlich, bescheiden, demütig, leicht und doch trägt es in sich auch den Hauch von Bestimmtheit, von Klarheit, von Offenheit dem anderen gegenüber. Jesus preist nicht nur die Sanftmütigen glücklich, weil sie keine Gewalt anwenden (vgl. Mt 5,5), sondern er selbst sieht sich als sanftmütig und von Herzen demütig, so dass wir von ihm lernen können (vgl. Mt 11,29).
Wer wirklich als Christ leben will, der sollte von dieser Sanftmut Jesu durchdrungen sein. Ob als Lehrer in der Schule oder als Eltern, die ihre Kinder erziehen - die Zeiten der Stockhiebe sind Gott sei Dank vorbei, der Geist der Sanftmut, wie Paulus es einmal sagt, sollte unsere Form der liebenden Pädagogik sein. Die Menschen werden uns daran erkennen, ob wir diese Sanftmut selbst leben, ob wir auf diese Weise unsere Gemeinden, Familien und Arbeitsplätze prägen. Diese Sanftmut kann zum Vorbild auch für andere werden, wenn es von innen heraus geschieht. Der Jakobusbrief mahnt daher eindringlich: „Darum legt alles Schmutzige und Böse ab, seid sanftmütig und nehmt euch das Wort zu Herzen, das in euch eingepflanzt ist und das die Macht hat, euch zu retten.“ (Jak 1,21).
Das Wort, das da in mich eingepflanzt wird, ist das Wort der Liebe. Im langsamen Zugehen auf die Zeit des Advents erahne ich es in der Gestalt Jesu. Er ist die Sanftmut, die von Herzen kommt, wenn ich ihn mir zu Herzen nehmen! Es ist die Sanftmut, die mich erfüllt, wenn ich ein Neugeborenes in Händen halte, behutsam, vorsichtig und zärtlich. Letztlich ist es die Sanftmut Gottes, die mich bereits liebevoll umgibt, so dass ich selbst sanftmütig werde. Bei aller Unruhe und manchem, was uns widerfährt wünsche ich Ihnen heute diesen Hauch von Zärtlichkeit! Sanftmut.
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