Entschleunigung!

Es sind die guten Ratschläge der geistlichen Begleiter und Psychotherapeuten, die unisono verlauten lassen: „Sie müssen unbedingt entschleunigen!“ – Ein wunderbares Wort! Entschleunigung. Autofahrer kennen den „Beschleunigungsvorgang“, von „Null auf Hundert“. Das  gibt es auch bei mir manchmal:  da werde ich emotional und laufe dann auf Hochtouren.
Wie wäre es, wenn Sie heute mal genau das Gegenteil machen: Statt auf Hochtouren laufen, üben Sie schon gleich an diesem Montag die Ent-schleunigung. Es ist ein langsames Zurücklaufen- und Auslaufen-lassen. Das nennt man dann „langsam zur Ruhe kommen“. Andere sagen, dass sie „die Seele mal baumeln“ oder „den lieben Gott einen guten Mann“ sein lassen. Können Sie das überhaupt – zur Ruhe kommen, die Seele wirklich baumeln lassen?
Immerhin: Es kann sich daraus eine geistliche Dimension erschließen: Ein Bleiben bei mir selbst. Zeit haben für mich und meine Gedanken, Gefühle wahrnehmen, mein Leben mit all seinen Facetten bewusst spüren. Es ist ein Bleiben ohne Alltags-Muss, ohne Geschwindigkeit, ohne Druck. Es ist entschleunigtes Verweilen bei sich selbst. Entschleunigung will den Druck rausnehmen, das Ventil öffnen, Dampf ablassen und dann zur Ruhe kommen. Es bedeutet auch, sich nicht mitreißen und treiben zu lassen, sondern auszusteigen und am Bahnhof stehen zu bleiben, während der ICE schon wieder davon braust. Die Ruhe, die dann einkehrt, kann durchaus Ängste hervorlocken, bis hin zur Einsamkeit und sogar zur Depression. Entschleunigung konfrontiert uns mit unserem wahren Selbst, mit dem, was Gott mit mir vorhat; mit dem, der ich sein kann, wenn ich sein darf! Ich wünsche Ihnen einen ruhigen Tag, der Sie mit dem Wesentlichen in Kontakt treten lässt. Mit sich selbst!

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