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12.4.2010 von Jeremias.
„Der Tod ist das Letzte des Menschenlebens; im Lebendigen ist aber ‚das Letzte’ wesentlich. Unser Dasein bildet eine Vorgangsgestalt, in welcher das Ende zum Ganzen gehört. Dieses Ende ist nicht von der Art wie die letzten Tropfen, die aus einem Gefäß gegossen werden, und deren Besonderes nur darin besteht, dass nach ihnen nichts mehr kommt, sondern es bestimmt das Vorausgehende.“ (Romano Guardini)
Was nach dem Tod kommt, ist uns Menschen nicht als faktisches Wissen zu eigen, sondern nur über die Wendeltreppe des Glaubens zugänglich, wenn wir uns in transzendenter Weise einlassen auf die Verheißung, die Menschen seit Urzeiten in sich tragen, weil sie wohl eine intuitive Ahnung in sich tragen, dass der Mensch nicht einfach von der Erde kommt und vergeht, sondern dass er heimkehrt an den Ort, von dem er ausgegangen ist. Wir sprechen von der „Heimholung“ und meinen, dass der Mensch von Gott aufgenommen wurde. Die metaphorische Rede im Neuen Testament vom Haus des Vaters und den Wohnungen, die uns bereitet sind, unterstreicht diesen Gedanken:
“1 Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! 2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? 3 Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. 4 Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr.” (Joh 14,1-4)
Unser irdisches Leben ist nur eine Durchgangsstation oder wie Romano Guardini es benennt: unser Menschsein ist eine Vorgangsgestalt. Diese „Gestalt“ wiederum ist Teil der Gestaltwerdung unseres Lebens in seinen verschiedenen Facetten. Wir durchleben nicht nur einen Tod, sondern unser Alltag ist geprägt von diversen Formen des Sterbens, des Los- und Zurücklassens und Abschiednehmens – bis eben hin zum letzen, zum physischen Tod. Zugleich erleben wir, dass unser Denken, Reden und Tun nie losgelöst von Zeit und Raum steht, sondern immer eine Vorgeschichte hat und wir für alles Geschehene und das, was wir nicht verhindert haben, irgendwann Verantwortung übernehmen müssen. Nichts, was geschieht, geschieht ohne Konsequenzen! So stehen wir quasi auch ständig in der Überprüfung, ziehen Bilanz, machen Inventur oder einen „Check-up“ unseres Lebens, all das, was die biblische Sprache auf das Ende hin mit Gericht umschreibt. Dieses Nachdenken über das Leben fordert uns heraus, eine Entscheidung, eine Grundoption zu treffen. Der Mensch muss für sich festlegen, wie er sein Leben gestalten will. Ob er sich blockieren lässt durch die Dinge, die uns in verlockend erscheinen, aber letztlich nur wie Hindernisse das Leben blockieren… oder ob wir offen sind für die Fülle des Lebens in der Vertiefung des Seins, in der Suche nach dem Sinn und damit einer menschenwürdigen Realisierung der kurzen Frist unseres irdischen Daseins.
Der Engel auf dem Foto ist eine Detailfigur aus der zweiten Gestalt “Gericht”. Er zeigt nach oben, verweist auf Gott. Die Stammel-Figuren wollen genau das: Auf Gott verweisen - eine Antwort unserer Sinnsuche als Menschen.
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5.3.2010 von Jeremias.
Mehr als fünf Jahre Arbeit stecken drin. Immer wieder Treffen mit Pfarrer Norbert Dudek. Immer wieder Austausch über Erfahrungen und gefeierte Gottesdienste. Neue Ideen - neue Absprachen mit dem Verlag. Und endlich konnten wir im Herbst das Script abgeben. Erleichterung. Jetzt ist es erschienen:”Glauben feiern mit Symbolen.”
»Gottesdienst« mal ganz anders - die Autoren eröffnen in diesem Buch eine breite Palette dessen, was es bedeuten kann gemeinsam als Gemeinde unterwegs zu sein - in einer reichen Auswahl an Gottesdiensten, Aktionen und Gebetsformen, die nicht an den Kirchenraum gebunden sind, bis hin zur Gestaltung von Besinnungstagen für unterschiedliche Gruppierungen der Gemeinde. Im Zentrum stehen dabei immer allgemein zugängliche Zeichen und Symbole, die in einem ausführlichen Register zusammengefasst sind. - So bewirbt der HERDER-Verlag das Buch.
Es ist im Fachhandel erhältlich! Das Foto zeigt Norbert Dudek bei der Arbeit.
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16.2.2010 von Jeremias.
Dieser Eiszapfen ist echt. P. Maximilian hat ihn heute “Klausi” genannt. Er wächst mit rund 2,50 m (würde ich mal sagen) von seiner Dachrinne herab. Ob Klausi bei der Sonneneinstrahlung noch eine lange Lebensdauer hat, wissen wir nicht. Aber wir gönnen es ihm. Es ist jedenfalls kein Zapfenstreich! Alles echt. Hier ein paar Beweisfotos:
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4.2.2010 von Jeremias.
Admont, 4. Februar 2010, 11.10 Uhr
Während in meiner alten Heimat (Saarland) der Schnee wieder durch heftigen Regen dahin schmilzt, dürfen wir uns noch an unserer Weißen Pracht erfreuen. Tun wir auch glatt. Für alle, die im Saarland um den Schnee trauern, hier einen Schneegruß aus Admont!
Eine gute Zeit euch im Südwesten!
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18.1.2010 von Jeremias.
Montag, 18. Jänner 2010
Gestern hat es geschneit… und es blieb auch liegen, kalt genug ist es…
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16.1.2010 von Jeremias.
Admont, 16. Jänner 2010
Einfach schön… unsere Winterlandschaft! Der zweieinviertelstündige Spaziergang lohnte sich!
Ein wunderbarer Weg erschließt sich uns… - entlang an der Enns
Die Natur zeigt sich von einer schönen, reizenden Seite
Tore tun sich auf…
Bis die Sonne sich neigt und wir den Heimweg antreten!
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10.1.2010 von Jeremias.
Sonntag, 8.00 Uhr
Ich höre gerade “Die Schöpfung” (Joseph Haydn) in einer Fassung unter der Leitung von Thomas Schmidt, aufgenommen im Juni 2009 in Neuwied. Drei Neuwieder Chöre haben sich zusammen getan. Eine wahre Syn-Phonie, ein Zusammenklang.
Heiter und beschwingt werden die ersten Tage beschrieben und besungen. Ich blicke zum Fenster hinaus in den Stiftsinnenhof. Schnee bedeckt die Landschaft. Angenehme, frische, saubere Luft lässt sich einatmen. An diesem Sonntag erfüllt mich Dankbarkeit für die Schöpfung, in der ich sein kann und meinen Platz habe. Hinein gestellt von meinem Schöpfer mit Gaben, die mir zu Aufgaben werden - zu Erfüllendes in diesem Leben.
Vor mir liegt der Gottesdienst um 10.15 Uhr. Taufe des Herrn. Hineingetaucht in die “Fluten des Jordan”, so haben wir heute Morgen gebetet. Mit der Taufe beginnt der Auftrag und das öffentliche Wirken Jesu. Bei Lukas spricht Gott ihn direkt an: “Du bist mein geliebter Sohn”, in den übrigen Evangelien heißt es in der dritten Person: “Das ist mein geliebter Sohn!” - es ist schon etwas anderes, ob man direkt angesprochen wird und gesagt bekommt: “Ich liebe dich, ich bin stolz auf dich!”
Der Chor sind: “Eine neue Welt…” - In der Tat. Eine neue Welt kann entstehen, wenn wir an dem Platz, an dem wir stehen unsere Aufgaben erfüllen, die uns als Begabungen mitgegeben sind. Dann verändern wir Himmel und Erde, kommen dem Himmel etwas näher. Selbst bei den Stürmen des Alltags.
Nun denn, einen schönen Sonntag!!!
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4.1.2010 von Jeremias.
Ein neues Jahr ist immer wie der Durchgang durch eine Tür. Was wird sich uns “erschließen” und “eröffnen”? Der Durchgang selbst ist eine Art Transitus: Verwandeln wir uns - werden wir verwandelt? Verändern wir uns - welche Veränderungen warten auf uns?
Ich gehe mutig und hoffend in das Neue Jahr! Morgen, am 5. Jänner ist im Stift ein sog. “Rauchtag”. An diesem Tag marschieren drei Brüder mit einem Weihrauchfass durch das Haus und räuchern alle Zimmer aus. Man könnte sagen: Sie vertreiben den Gestank der bösen Geister oder aber: sie bringen den Duft Gottes in das Zimmer, den Wohlgeruch seiner Liebe zu uns. Vielleicht vertreibt dieser Duft aber auch tatsächlich noch den ein oder anderen Ungeist, der zwischen den Möbeln haust. Danach zeichnen sie mit Kreide an JEDE Tür den Segensgruß der Sternsinger:
20 * C + M + B * 10
Welcher bedeutet: Christus mansionem benedicat, Christus möge das Haus segnen. Gesegnet sein, heißt: Ausgezeichnet sein, in Gottes Augen eine Auszeichnung erhalten ist das göttliche Kompliment schlechthin: Du bist geliebt, ich habe ein Auge auf dich.
In diesem Sinne möge sich für das neue Jahr jede Tür zum Guten erschließen und nicht unter Verschluss bleiben. Gehen wir hindurch, in das neue hinein!
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24.12.2009 von Jeremias.
Im Stift begehen wir den Heilig Abend und die Weihnachten auf sehr schöne Weise.
Wir haben insgesamt drei Christbäume zu schmücken: Einen im Speisesaal (Refektorium - siehe oben), einen in der Chorkapelle und einem auf dem Gang (ebenfalls Foto oben).Das kostet ganz schön viel Arbeit und so ziemlich alle jungen Brüder sind beschäftigt. Daneben müssen alle auch mit den Vorbereitungen der Predigten und Tischdecken klarkommen. Viele Gottesdienste warten auf uns.
Am Abend werden die Gänge mit Drei-Tage-Lichtern links und rechts am Wegesrand gesäumt. Das sieht total schön aus!
Für drei Tage brennen Tag und Nacht diese Kerzen und es ist eine Wonne, im Dunkel morgens bzw. abends diese Gänge entlang zu gehen. Eine Flugschneise für das Christkind.
Auch die hausinterne Chorkapelle sieht total festlich aus… (je nach Aufnahme…)
Wenn alle Vorbereitungen dieser Art getroffen sind, dann kehrt Ruhe ins Haus ein. Alle haben sich nach dem Mittagessen zurückgezogen. Es ist echt sehr still im Haus. Zeit zu einem kurzen Schlaf, denn die Nacht wird lang, zu letzten Vorbereitungen der Predigt…
Dann beginnt unser Heilig Abend mit der Vesper und der Matutin (dem vorgezogenen Morgengebet). Gegen 19 Uhr treffen wir uns dann alle im Speisesaal. Dort folgt dann ein vom Novizen ausgearbeitetes Programm: Wir singen Lieder, hören das Martyrologium (eine historische Rückblende, wann die Geburt Jesu war, total schön!), dann das Evangelium, dann folgt eine Ansprache vom Prior, dann vom Abt, schließlich singen wir wieder und dann ist der Jüngste (ich in diesem Jahr dran!) und trägt etwas vor. Ich habe ein langes Gedicht über die Mitbrüder aus der Sicht eines “Wicht’s” geschrieben… Danach werden die Lichter gelöscht, am Tannenbaum die Kerzen entzündet (echte!) und wir singen “Stille Nacht, heilige Nacht”. Wir beglückwünschen uns zum Christfest, danach essen wir und trinken wir zusammen ganz gemütlich.
Um 22.00 Uhr ist die Christmette mit unserem Herrn Abt Bruno, dem Kirchenchor und der traditionellen Öffnung der Josef-Stammel-Krippe, auf die wir in Admont mächtig stolz sind. Sie wurde übrigens vor genau 70 Jahren, 1939 - mitten im 2. Weltkrieg trotz Androhung der Nazi - geöffnet und damit ein Zeichen gesetzt: Christus ist der HERR!
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